Geben ist seliger denn nehmen
Was ist in der heutigen Zeit aus der Hilfsbereitschaft geworden?
Gibt es sie noch? Ist es ein verkümmerndes Blümchen das am Straßenrand wächst oder ein gigantischer Rosenstrauch, der Ableger in jedem Vorgarten hat und keiner daran vorbeikommt?
Nun ich kann es Euch sagen:
die Hilfsbereitschaft ist beinahe ausgestorben. Das sollte uns zu denken geben. Jeder schaut nur nach seinem Vorteil, dass andere dabei zu Schaden kommen (könnten) ist irrelevant und uninteressant. Notfalls geht man über Leichen.
Es beginnt schon damit, wer bietet denn einer Schwangeren, jemand Älterem oder einem Verletzten einen Sitzplatz an? Wer von Euch kann sagen, dass er das schon einmal getan hat? Oder habt Ihr lieber weggesehen und Euren Hintern auf dem Sitzplatz gelassen? Ja, genau, das tun die meisten. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich meine Platz schon oft zur Verfügung gestellt habe.
Hier noch weitere Beispiele:
- jemandem an der Kasse den Vortritt lassen, statt erbittert um einen Platz weiter vorn zu kämpfen
- bei einer Panne helfen, statt weiterzufahren
- alte Kleider z.B. an Hartz IV Empfänger weitergeben, statt im Internet zu verkaufen
- dem Nachbarn eine Glüh-Birne oder Dichtung wechseln
- jemandem beim Schnee schippen helfen
- Tierheime mit Tiernahrung unterstützen
- und und und
Wir werden alle älter und werden früher oder später in eine Situation kommen, wo WIR Hilfe benötigen, aber es wird keiner da sein, der uns hilft. Denn wir können auch nur Hilfe erwarten, wenn wir selbst mal welche gegeben haben.
Da wir bereits in der Erziehung so etwas nicht mehr erlernt bekommen, wäre es wünschenswert wenn die Eltern, Erzieher und Lehrer mehr auf die Hilfsbereitschaft eingehen. Wir sind eine Gemeinschaft, die mehr erreicht, wenn man zusammenarbeitet statt gegeneinander. Konkurrenz und Rivalität sind in Ordnung und gesund, solang es im Maße ist. Doch viele überschreiten diese Linie. Statt sich zu ärgern, dass der andere bessere Noten hat oder befördert wurde, lieber demjenigen mit Rat und Tat zur Seite stehen und von demjenigen lernen. Oft kann sich aus so etwas eine wunderbare Freundschaft entwickeln. Oder diese "WUT" bzw den Neid in sinnvolle Energie umwandeln, und sich verstärkt für das Fach in der Schule bzw. den Job einsetzen, verstärkt lernen.
Die meiste Hilfe die wir geben können ist kostenlos. Merkwüdigerweise geben diejenigen mehr, die selbst weniger haben. Die Ärmeren sind es gewohnt mehr zu teilen, dafür aber an der Erfahrung reicher, dass sie dann von allem mehr haben. Geld ist nicht alles, schon gar nicht in dieser Welt.
Und dann gibt es noch die Hilfe bei den Gesellschaften wie dem WWF, Greenpeace, PETA, ...auch hier gibt es viele, leider auch darunter schwarze Schafe. Hier einfach dem Bauchgefühl vertrauen oder sich gründlich informieren.
Ich bin froh, dass es hier im Allgäu noch viel Hilfsbereitschaft gibt. Nachbarn helfen sich gegenseitig, die Leute sind entspannter, viel freundlicher, und scheinen mehr Zeit zu haben. Dabei liegt das Geheimnis zum Teil mit in der Zeit. Hier nimmt man sich Zeit für sich und andere. Und: Natur ist hier sehr wichtig, denn man lebt davon und lebt darin.
Ich hatte es auch lange Zeit "verlernt" zu helfen. Bis ich meinen Mann kennengelernt habe. Er hat mir das wieder gezeigt. Ob bei einer Panne anzuhalten, einer älteren Dame etwas zu tragen, einerm Nachbarn bei Sanitärinstallationen helfen,.....es gibt genug zu tun, und deswegen bin ich froh, dass ich einen solchen Schatz gefunden habe.
Meine Bitte an Euch: denkt wenigstens mal kurz darüber nach, wann ihr das letzte Mal geholfen habt und wann man EUCH geholfen hat.
Bild-Quelle:
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